Antibiotika sind Wirkstoffe, die einen hemmenden Einfluss auf Mikroorganismen haben und so deren Vermehrung oder Weiterleben unterbinden. Sie werden auch in der Akne-Therapie eingesetzt. Der Einsatz von Antibiotika ist allerdings mit der Gefahr von Antibiotika-Resistenzen verbunden. Was das genau bedeutet und welche Alternativen zu Antibiotika es in der Akne-Therapie gibt, erklären wir in diesem Blogbeitrag.
Für die Therapie von Akne sind mehrere Arzneimittel mit Antibiotika erhältlich, z. T. auch kombiniert mit einem weiteren Wirkstoff. Abhängig vom Schweregrad der Entzündung wird das Antibiotikum äu-ßerlich (topisch) in Form einer Creme oder Lösung oder zur innerlichen Anwendung (systemisch) in Tablettenform verabreicht. Antibiotika wirken einerseits antientzündlich und töten andererseits durch ihre antibiotische Wirksamkeit die Bakterien ab, welche die Entzündung hervorrufen.
Ein zunehmendes Problem beim Einsatz von Antibiotika ist die Resistenzentwicklung, also die Gefahr, dass Bakterien gegen das Antibiotikum unempfindlich werden und eine Behandlung mit Antibiotika – dann auch bei anderen Erkrankungen wie z. B. schweren Infektionen – nicht mehr wirkt. Es wird daher empfohlen, den Einsatz von Antibiotika möglichst zu reduzieren bzw. zu vermeiden. In der Akne-Behandlung sollte ein Antibiotikum immer in Kombination mit einem weiteren bakterientötenden Medikament eingesetzt werden, zum Beispiel BPO (Benzoylperoxid). Die Anwendungsdauer von Antibiotika-haltigen Akne-Arzneimitteln ist in der Regel auf maximal 12 Wochen begrenzt. Expert:innen empfehlen aus diesen Gründen für die Langzeitbehandlung der Akne topische Retinoide.
Retinoide sind synthetische Vitamin A-ähnliche verschreibungspflichtige Wirkstoffe, die entweder topisch, d. h. äußerlich, oder systemisch als Tabletten eingesetzt werden. Sie wirken antientzündlich, regulieren die Talgproduktion, fördern die Hauterneuerung, normalisieren die Verhornung, wirken gegen Mitesser („komedolytisch“) und können teils auch die Hautstruktur durch Kollagenstimulation verbessern. Ein wichtiger Vorteil von topischen sowie systemischen Retinoiden in der Langzeitanwendung bei Akne ist, dass sie kein Risiko von bakterieller Resistenzbildungen haben.
Da Retinoide die Hauterneuerung sowie die Abschuppung von Hornzellen fördern, machen Sie empfindlicher gegenüber UV-Strahlung. Daher sollte man während einer Behandlung täglichen Sonnenschutz mit Lichtschutzfaktor 30-50+ verwenden. Bei allen Retinoiden können Hautreizungen und -schuppung auftreten sowie juckende und/oder brennende Haut, da die Haut mehr Wasser verliert und dadurch empfindlicher wird. Bei langfristiger Anwendung verschwinden diese Nebenwirkungen meist wieder. Dennoch sollte die Therapie immer durch eine für Akne-Haut geeignete Hautpflege begleitet werden – am besten mit der CTMP-Routine. Es kann helfen, nach dem Waschen der Haut ein wenig zu warten, bevor man das Medikament aufträgt. Außerdem kann man am Anfang der Behandlung die Anwendung etwas seltener durchführen, zum Beispiel jeden zweiten Tag, und sie anschließend nach und nach bis zur empfohlenen Anwendungshäufigkeit steigern.
Es gibt inzwischen vier Generationen von Retinoiden, die im Lauf der Jahre entwickelt wurden. Sie unterscheiden sich in ihrem chemischen Aufbau, ihrer Stabilität und in ihren Eigenschaften wie sie in der Haut wirken. Folgende Retinoide werden bei der Akne-Therapie eingesetzt: Trifaroten, Adapalen, Isotretinoin, Tretinoin. Mehr Informationen zu den einzelnen Retinoiden sowie ihrer Wirkung findest Du hier.
Quelle: 1 J Eur Acad Dermatol Venereol. 2016 Aug;30(8):1261-8. doi: 10.1111/jdv.13776.